Brno

Sieh, das Gute liegt so nah. Eineinhalb Stunden Fahrzeit von Wien entfernt (Zug oder Bus), und du steigst aus im Wunderland der sensibel renovierten Architekturmoderne. Villa Tugendhat, Villa Arnoldova, Villa Beer-Löw, Villa Stiassni um nur die Spitze zu nennen. Auf der historischen Burg Spilberk entsteht gerade ein umfangreicher Museumskomplex, zu dem neben den fortifikatorischen Anlagen auch umgewandelte Bereiche wie die alten Wassertanks oder die stimmungsvolle Kapelle gehören. In den früheren Wasserbecken – einem Bassinsystem in der ehemaligen Bastion, das halb Industriedenkmal halb Museum ist – befindet sich heute das Lapidarium der Stadt. Hier, wirkungsvoll inszeniert, eine Figur von Anton Pilgram aus dem 15. Jahrhundert oder eine Türstockfigur des osmanischen-moldawischen Heerführers Ypsilanti.

Artist Talk with Karl-Heinz Klopf

Architekturikonen müssen leiden (XXVIII)

Der Bahnhof Sarajevo war ein Prestigeprojekt des jungen Jugoslawien, gebaut als einer der ersten Infrastrukturbauten nach dem Zweiten Weltkrieg von 1947-1952 von Muhamed Kadic, Emauel Samanek, Dusan Smiljanic, Jahiel Finci. Dann kam der neue Krieg und die Besetzung der Stadt von 1992-1995, deren Zerstörungen immer noch sichtbar sind, und heute verkehren kaum mehr Züge hier. Die Plattformen gleichen einer Geisterstadt. Aber die bezaubernde Bahnhofshalle erhält eine nicht ganz unpassende Zwischennutzung als Ausstellungshalle….

Detailliert zur Geschichte siehe: architectuul_sarajevo_railway_station

Alle Fotos von August 2024

Architekturikonen müssen leiden (XXVII)

Casa Raslei, Mosogno Sotto, Val Onsernone, Tessin / Schweiz, Buchner Bründler Architekten, Basel. Was soll man sagen? Eine archaische, basale Architektur, die einen auf die wesentlichen Elemente des Bauens zurückverweist. Es geht um Licht, Haptik, Wärme, Geräusche, Sonneneinstrahlung und Schatten, die grundlegende menschliche Wohnbedürfnisse wie Schutz, Geborgenheit und Genährtwerden formen. Und wo wären Geschichte, Atmosphäre oder Zeit? Es war ein besonderes Erlebnis, eine Experience, dass ich mich hier im Juli 2024 diesen Elementen aussetzen konnte.

Fifth, left on paper

Very happy to announce this group exhibition bringing together texts by students from the University of Applied Arts Vienna / part of the AngewandteFestival

Opening: June 24, 6 pm 2024

Flat1, Radetzkystrasse 4, Vienna 3.

Minsung Choi, Birgit Fellner, Andrei Iakovlev, Preeti Kathuria, Ammar Khadour, Lea Liebl, Anna Pelz, Aisel Safiulla, Frederike Gordillo, Isabella Tritthart

Architekturikonen verdienen Respekt (X)

The legacy of Jože Plečnik – Der austro-slowenische Architekt Jože Plečnik (1872-1957) hat für die slowenische Stadt Ljubljana ein visuell-gestalterisches Gesamtbild entworfen, das bis heute beeindruckt. Die Markthallen entlang der Ljubljanica, verschiedene Brückenübergänge über den Fluss, das Wehr am Stadtausgang oder die wirklich umwerfende Nationalbibliothek mit den rohen Quadersteinen in der roten Backsteinfassade prägen noch heute diese Stadt. Aber auch mit kleineren Gesten wie den markanten Stadtmöbeln – den phallisch anmutenden Strassenlaternen zum Markieren kleiner Plätze oder Treppen – wurde die Hauptstadt Sloweniens in ein All-Over-Schmuckkästchen transformiert. „Turning the city into an object of art“, wie es so bezeichnend in einem der hervorragenden Architekturführer heisst, sei Plečniks „legacy“ gewesen. Was aber heisst das für die Stadtplanung generell? Dürfen Städte dem Gestaltungswillen einer einzelnen Person überlassen werden, und sei sie noch so visionär?