Architekturikonen müssen leiden (XXIII)

Villa Rotonda, by Andrea Palladio bei Vicenza/Veneto // The Ideal Villa, so nannte sie Colin Rowe, und da hat er irgendwie recht: denn die „Villa“ ist nicht so sehr ein Landhaus, in dem die „einfachen“ Dinge des Lebens gepflegt werden, als ein repräsentatives Gebäude, das auf Blickfang aus ist. Ein griechischer Tempel mit vier gleichen Seiten/Fassaden inmitten der bukolischen italienischen Landschaft. Entworfen und erbaut von Andrea Palladio, dem Renaissance-Architekten und grossartigen Erneuerer antiker und mittelalterlicher Baustrukturen um 1570. Selbst Goethe ist der Widerspruch zwischen (Selbst)-Anspruch und Plan aufgefallen:

Der Raum, den die Treppen und Vorhallen einnehmen, ist viel größer als der des Hauses selbst; denn jede einzelne Seite würde als Ansicht eines Tempels befriedigen. Und: Vielleicht hat die Baukunst ihren Luxus niemals höher getrieben.

Bei meinem Besuch Anfang August 2021 wurde die Villa Rotonda renoviert. Aber: Wenn es eine Architekturikone gibt, dann diese!

How will we live together ?!?

Die 17. Architektur Biennale in Venedig steht unter dem schönen Zukunftsthema wie wir gemeinsam – als humans und non-humans – leben wollen. Eindrücke einer überraschend gelungenen Ausstellung mit vielleicht gelegentlich etwas überladenen Pavillons, aber dann immer wieder grossartigen Präsentationen und Ideen.

Fotos: I giardini – Italian pavilion (2) – Austria and Japan – Germany

I sing against Monsanto

Very happy to have this article published on the website of Vienna Art Week: I sing against Monsanto.

This review refers to the current exhibition „And if I devoted my life to one of its feathers“ at Kunsthalle Wien; it’s a great show with lots of amazing works by mostly indigenous artists, altough I feel somehow critical about some aspects concerning the overall „excessive diversity of nations and conflicts that give rise to an arbitrary cartography of global mechanisms of oppression“. Get ready to read the full text.

And if I devoted my life to one of its feathers? Curated by Miguel A. López, Kunsthalle Wien

Works of art by artists – starts top left to the right: Manuel Chavajay, Castiel Vitorino Brasileiro, Zapantera Negra, Prabhakar Pachpute, Sheroanawe Hakihiiwe, Sophie Utikal, Bartolina Xixa, Jim Denomie, Anna Boghiguian, Patricia Belli, María Galindo & Danitza Luna, Olinda Silvano / Reshinjabe

Upcoming: Easy Reader @oegfa

Meine Arbeit „Die Erfindung der autonomen Architektur“ darf zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und kann via Zoom-Live-Stream mitverfolgt werden. Ich freue mich, zu Gast in der Österreichischen Gesellschaft für Architektur zu sein, wo Gabriele Kaiser mit mir ein Gespräch führen wird. Unten der Ankündigungstext, und mit diesem Link geht es zur Veranstaltung, wo ihr den Zoom-Link findet:

https://oegfa.at/programm/jahresschwerpunkt/2021-raumbeziehungen/08-patricia-grzonka

Der österreichische Kunst- und Architekturhistoriker Emil Kaufmann (1891–1953) prägte den Begriff der „Autonomen Architektur“ zu Beginn der 1930er-Jahre ausgehend von Untersuchungen zum französischen Architekten Claude-Nicolas Ledoux. Kaufmanns Publikationen zur französischen Revolutionsarchitektur und zum Klassizismus zählen zu den wichtigsten architekturtheoretischen Texten des 20. Jahrhunderts. Während Kaufmanns Entdeckungen in den USA rasch Anerkennung fanden, sodass Anthony Vidler 2002 konstatieren konnte, dass Kaufmann „Generationen von Gelehrten dazu inspirierte, auf dem Gebiet der Revolutionsarchitektur zu arbeiten“, so ließ die wissenschaftliche Anerkennung in Europa Jahrzehnte auf sich warten. In ihrer aktuellen Forschung „Die Erfindung der autonomen Architektur“ untersucht Patricia Grzonka anhand bisher unerschlossener Quellen Emil Kaufmanns Beitrag zur Entwicklung der modernen Architekturgeschichte und -theorie, der anhand von (größtenteils postmodernen) Architekten exemplarisch im Werk von Oswald Mathias Ungers, Philip Johnson, Peter Eisenman, Aldo Rossi und Pier Vittorio Aureli diskutiert und aktualisiert wird.

Die Erfindung der autonomen Architektur

Doctor rerum socialium oeconomicarumque. erworben am 1. Februar 2021 auf der TU Wien. Ich freue mich darüber. Es ist der Abschluss eines jahrelangen Studiums im Bereich Architekturwissenschaften mit einer Dissertation unter dem Titel: Die Erfindung der autonomen Architektur. Eine Untersuchung zur Genealogie von Emil Kaufmanns kunst- und architekturhistorischem Begriff der Autonomie und dessen Rezeption in der Nach- und Postmoderne.

Ich untersuche darin unbekannte Quellen zum Schaffen des österreichischen, von den Nazis vertriebenen Architekturhistorikers Emil Kaufmann (1891–1953) und setze sie in Kontext zu seinem Begriff der Autonomen Architektur, den er in den 1920er- und 30er-Jahren entwickelt hat. Zudem enthält die Arbeit Verweise und Aktualisierungen von Kaufmanns Autonomer Architektur bei Architekten des späten 20. Jahrhunderts wie Aldo Rossi, Peter Eisenman, Philip Johnson, Oswald Mathias Ungers oder Pier Vittorio Aureli. Die Dissertation setzt sich mit diesem schillernden, von Kaufmann geprägten Begriff auseinander, der bis heute durch die Architekturtheorie „spukt“, wie Christian Kühn von der TU Wien in seinem Gutachten schreibt, der aber gleichzeitig durch seine uneingelösten Versprechen auch ein utopisches Moment behalten hat.

Kunsthighlights des Jahres @monopol_magazin

Die Hits des schwierigen Ausstellungsjahres 2020, veröffentlicht in Monopol_Magazin, wo ich mit meinen besten drei ebenfalls vertreten bin. Hier sind sie:

Reihe für Reihe, aber ohne eine spezifische Ordnung: a) Sommer des Zögerns / Summer of Suspense, Kunsthalle Zürich b) Into the Night. Die Avantgarde im Nachtcafé, Belvedere Wien in Kooperation mit dem Barbican, London c) The Botanical Mind. Art, Mysticism and the Cosmic Tree, Camden Art Centre, London