Architekturikonen müssen leiden (XX)

Casa Ortega was built by the mexican architect Luis Barragán (1902-1988) for himself in 1940-42. One can visit the gardens of Casa Ortega – not to be confused with the Casa Barragán – which is just adjacent. It contains some beautiful spots with several basins where fresh water bubbles. Clearly showing that conceiving a garden too can be architecture. The surroundings have changed as much as the garden seems to be preserved and you can hear the never ending heavy traffic of Mexico City in this peaceful environment. It’s much of a time lapse experience.

Architekturikonen müssen leiden (XVIII)

Ein Weekend-Trip ins Burgenland zum Atelierhaus* St. Margarethen, fertiggestellt 1967 von Johann Georg Gsteu (1927-2013) für die Teilnehmer:innen des Bildhauer:innen-Symposions des angrenzenden Steinbruchs – „Römersteinbruch“ – wo bis heute Kalksandstein abgebaut wird. Seinem Entstehungsdatum nach ist das Haus ein spätmodernistisches Gebäude, seine Konzeption indessen weist archaisch-asketische Züge auf. Die grosszügigen Gemeinschafsträume wurden durch acht zellenartige Doppelschlafräume ergänzt, womit die klösterliche Anmutung des Baus unterstrichen wird. Das Haus hat sich fast unverändert erhalten; im Kern besteht es aus Mauersteinen, die zu einem alten Gasthof gehören, der an dieser Stelle einmal stand. Erweitert wurde ebenfalls mit Steinen des Steinbruchs. Neuere Eingriffe im Mobiliar konzipierte der Wiener Architekt Martin Feiersinger.

© Fotos: August 2025

Abstraction & Economy

Architekturikonen müssen leiden (XXVIII)

Der Bahnhof Sarajevo war ein Prestigeprojekt des jungen Jugoslawien, gebaut als einer der ersten Infrastrukturbauten nach dem Zweiten Weltkrieg von 1947-1952 von Muhamed Kadic, Emauel Samanek, Dusan Smiljanic, Jahiel Finci. Dann kam der neue Krieg und die Besetzung der Stadt von 1992-1995, deren Zerstörungen immer noch sichtbar sind, und heute verkehren kaum mehr Züge hier. Die Plattformen gleichen einer Geisterstadt. Aber die bezaubernde Bahnhofshalle erhält eine nicht ganz unpassende Zwischennutzung als Ausstellungshalle….

Detailliert zur Geschichte siehe: architectuul_sarajevo_railway_station

Alle Fotos von August 2024

Architekturikonen müssen leiden (XXVII)

Casa Raslei, Mosogno Sotto, Val Onsernone, Tessin / Schweiz, Buchner Bründler Architekten, Basel. Was soll man sagen? Eine archaische, basale Architektur, die einen auf die wesentlichen Elemente des Bauens zurückverweist. Es geht um Licht, Haptik, Wärme, Geräusche, Sonneneinstrahlung und Schatten, die grundlegende menschliche Wohnbedürfnisse wie Schutz, Geborgenheit und Genährtwerden formen. Und wo wären Geschichte, Atmosphäre oder Zeit? Es war ein besonderes Erlebnis, eine Experience, dass ich mich hier im Juli 2024 diesen Elementen aussetzen konnte.

Architekturikonen verdienen Respekt (X)

The legacy of Jože Plečnik – Der austro-slowenische Architekt Jože Plečnik (1872-1957) hat für die slowenische Stadt Ljubljana ein visuell-gestalterisches Gesamtbild entworfen, das bis heute beeindruckt. Die Markthallen entlang der Ljubljanica, verschiedene Brückenübergänge über den Fluss, das Wehr am Stadtausgang oder die wirklich umwerfende Nationalbibliothek mit den rohen Quadersteinen in der roten Backsteinfassade prägen noch heute diese Stadt. Aber auch mit kleineren Gesten wie den markanten Stadtmöbeln – den phallisch anmutenden Strassenlaternen zum Markieren kleiner Plätze oder Treppen – wurde die Hauptstadt Sloweniens in ein All-Over-Schmuckkästchen transformiert. „Turning the city into an object of art“, wie es so bezeichnend in einem der hervorragenden Architekturführer heisst, sei Plečniks „legacy“ gewesen. Was aber heisst das für die Stadtplanung generell? Dürfen Städte dem Gestaltungswillen einer einzelnen Person überlassen werden, und sei sie noch so visionär?

Architekturikonen müssen leiden (XXVI)

Triest/Italien: Die Risiera di San Sabba ist ein 1913 errichtetes Speichergebäude für Reis an der Grenze zu Muggia. Im Zweiten Weltkrieg war es unter Deutscher Besatzung ein Konzentrationslager für politische Gefangene, in dem über 2000 Menschen ermordet wurden. Das Lager diente auch als Transitstation für jüdische Menschen, die nach Auschwitz deportiert wurden. Der Gebäudekomplex wurde teilweise abgerissen und beherbergt heute ein Museum zur Lagergeschichte. Die eindrückliche Transformation zu einem architektonischen Mahnmal, das nichts vorgibt und alles offenlässt, stammt vom Triestiner Architekten Romano Boico, der das Gebäude in den 1970er-Jahren umbaute. (Fotos: Juli 2023)

Architekturikonen müssen leiden (XXV)

Fortezza Chaschinas: Schlicht „Fortezza“ heisst die Engadiner Burgruine in Susch, erbaut 1635 in den Auseinandersetzungen um die Rückeroberung des Veltlins nach Art des französischen Festungswesens. Ein Besuch dort Ende Februar zeigt: Moos und Flechten haben sich diesen historisch pittoresk dahinmodernden Steinen und Hölzern bemächtigt. Und: Auch das Unterengadin trocknet aus.

Die Aufklärungsstiege //

Die Stiege, die zur grossen Halle des Courtauld Institute of Art in London führt, heisst auch – alles versprechend – „Aufklärungsstiege“. Dies, weil sie von unten, vom Dunkel ins Licht nach oben führt, wo sich der Eingang zu The Great Room, einem Ausstellungsraum, in dem die jährlichen Sommershows der Royal Academy gezeigt wurden, befindet. William Chambers, der Architekt, entwarf eine enge Spirale, auf deren hohen Stufen die zeitgenössischen Besucher*innen stolperten und sich gegenseitig behinderten. So wurde der Traum von der Aufklärung und einer besseren Welt zum Lachschlager für die Massen. William Chambers feiert seinen 300. Geburtstag: Geboren am 23. Februar 1723!