
Archiv der Kategorie: Architekturikonen
Architekturikonen müssen leiden (XX)

Die grandiose Rotonde de la Villette, eines von vier noch existierenden Zollhäusern von Claude Nicolas Ledoux, von ca. 1785: „Revolutionsarchitektur“ at its best. Das sahen natürlich nicht alle so. Die verhassten Schranken des Zollgürtels von Paris wurden nach der Französischen Revolution fast alle demoliert:
Le mur murant Paris rend Paris murmurant. – Der Wall rund um Paris weckt den Groll von Paris.
Architketurikonen müssen leiden (IXX)
Frank Gehry, La Fondation Louis Vuitton, Paris, eröffnet 2014
Ein Gebäude, dessen Glas- und Eisenstruktur das Grand Palais der französischen Hauptstadt zitiert, aber auch den Eiffelturm grüsst. Unter den verschiedenen Dächerschalen liegt eine Terrassenlandschaft, die spektakuläre Blicke und Atmosphären bietet. Das Gebäude ist sein eigener Star – die Ausstellungsräume auf elf Ebenen im Inneren jedoch sind leider demgegenüber sekundär und wurden konzeptuell vernachlässigt.
Architekturikonen müssen leiden (XVIII)
Raxalpe, Raxkapelle, 1936, E: Edmund Zacher, Baumeister: Hermann Kubacsek
In der Tat: Eine schnörkellose Architektur. Neo-klassizistisch? Der Rationalismus der Zwischenkriegszeit wurde von Emil Kaufmann 1920 in seiner Dissertation quasi vorweg kommentiert: „Die strenge Beschränkung aufs Notwendige, aufs rational zu rechtfertigende findet ihren wärmsten Anwalt in Laugier. Ausserhalb des notwendigen kennt er keine Schönheit“. … Und etwas weiter unten: „Auch für die kleinsten Teile gilt dieses „Grand principe“ der Architektur“.
Architekturikonen verdienen Respekt (VI)

Ist das Leben nicht wie eine ewige Warteschlange vor dem Litauischen Pavillon mit einer vagen Ahnung dessen, was kommt?
Venedig, Arsenale: Outside the Lithuanian Pavilion, Venice 2019
Thus life is replenished, full.
Triple Trieste: 2018-2019!
Markthalle, E: Camillo Iona, 1936
Scala Santa, Sanctissima!
Synagoge, E: Ruggero und Arduino Berlam, 1908-1912
„Life is beautiful! We do not have – do we? – any intention or claim to fix the destiny of the eternal things of the future? Everything, at every hour, is only the work of the present moment.“
Le Corbusier, When the Cathedrals Were White, 1937

Architekturikonen verdienen Respekt (V)
Votivkirche, 1090 Wien, Westturm, renoviert
The very condition of architectural form is to separate and to be separated. Through its act of separation and being separated architecture reveals at once the essence of the city and the essence of itself as political form: the city as the composition of (separate) parts.
Pier Vittorio Aureli, The Possibility of an Absolute Architecture
Architekturikonen müssen leiden (XVI)
Eine neue Ornamentik, zugleich retro und futuristisch: Ein Frühwerk von Antoni Gaudí im kühlen Norden Spaniens: El Capricho in Comillas/Kantabrien (1883-1885), eines von nur drei Werken des Architekten ausserhalb Kataloniens. Die Sonnenblumen machen hier eine gute Figur, und sie weisen die Richtung des Tageslichts, nach dem sich der Architekt in seinem Entwurf orientiert hat.
