Architekturikonen verdienen Respekt (X)

The legacy of Jože Plečnik – Der austro-slowenische Architekt Jože Plečnik (1872-1957) hat für die slowenische Stadt Ljubljana ein visuell-gestalterisches Gesamtbild entworfen, das bis heute beeindruckt. Die Markthallen entlang der Ljubljanica, verschiedene Brückenübergänge über den Fluss, das Wehr am Stadtausgang oder die wirklich umwerfende Nationalbibliothek mit den rohen Quadersteinen in der roten Backsteinfassade prägen noch heute diese Stadt. Aber auch mit kleineren Gesten wie den markanten Stadtmöbeln – den phallisch anmutenden Strassenlaternen zum Markieren kleiner Plätze oder Treppen – wurde die Hauptstadt Sloweniens in ein All-Over-Schmuckkästchen transformiert. „Turning the city into an object of art“, wie es so bezeichnend in einem der hervorragenden Architekturführer heisst, sei Plečniks „legacy“ gewesen. Was aber heisst das für die Stadtplanung generell? Dürfen Städte dem Gestaltungswillen einer einzelnen Person überlassen werden, und sei sie noch so visionär?